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Komplexe Beleuchtung für Produktfotografie mit nur einem Licht

Spannende und interessante Produktbilder kann man auch nur mit einem einzigen Blitz machen. Dazu braucht man keine teure Ausrüstung. Was man braucht, ist nämlich ein Stativ für die Kamera, ein Blitz mit einem Einstelllicht und zwei Lichtformer – etwas für hartes Licht und etwas für weiches Licht.

Bei dieser Technik stellt man das Objekt und die Kamera ein und fasst sie am besten während des ganzen Shootings nicht mehr an. Die Kamera sollte am besten ferngesteuert werden, weil später mehrere Bilder kombiniert werden und es darf nichts verschoben oder verwackelt sein.

Produktfotografie - akustische Gitarre auf dunklem Hintergrund
Finales Produktbild - mehrere Lichtquellen auf einmal (Hauptlicht, Fülllicht, Hintergrund, Details).

Hauptlicht und Fülllicht in der Produktfotografie

Das erste Foto ist für das Hauptlicht (eng. key light). Normalerweise ist das ein weiches Licht. Je seitlicher das Licht kommt, desto dramatischer das finale Produktbild ist. Ähnlich wie bei Portraits kann man bei der Produktfotografie auch von einem Fülllicht (eng. fill light) reden. Das wäre die zweite Aufnahme, bei der man die dunklere Seite ein bisschen aufhellt. Der Vorteil von dieser Technik ist, dass man später in Postproduktion (z.B. Photoshop) entscheiden kann, wie die Bilder gemischt werden. Man kann also mit einem Regler einstellen, wie intensiv das Fülllicht ist.

Die gleiche Gitarre mit Hauptlicht und Fülllicht
Hauptlicht (links) und Fülllicht (rechts).

Bessere Produktbilder durch hervorgehobene Glanzlichter und Lichtreflektionen

Um einem Produkt mehr Tiefe zu geben und es vom Hintergrund deutlicher abzuheben, kann man mit Licht bestimmte Bereiche akzentuieren. Das können Kanten oder andere Details sein, die das Produkt besonders oder edel aussehen lassen. Mit einem Spotvorsatz kann man das Licht ziemlich genau dosieren. Man kann das mit Kochen und Würzen vergleichen. Eine kleine Menge Licht kann ein Produktfoto exquisiter machen.

Details von einer Gitarre fotografiert it einem Spotvorsatz
Hier wurde ein Spotvorsatz verwendet um das Produkt (Gitarrenkopf) von hinten zu beleuchten.

Aufhellen-Mischmodus in Photoshop für mehrfach beleuchtete Bilder

Die einzelnen Lichteinstellungen können wir in Photoshop zusammenfassen. Dafür brauchen wir jede Aufnahme als eine Ebene. In jeder Ebene sollte der Mischmodus auf Aufhellen eingestellt sein. Mithilfe von Masken kann man das Licht noch genauer begrenzen, und mit der Deckkraft von Ebenen kann man die Intensität von einzelnen Lichtquellen fein einstellen.

Ebenen im Photoshop mit Aufhellen Modus
Die einzelnen Lichter als Ebenen mit Auffüllen Modus (eng. Lighten). Die Ebene "Details 2" hat Deckkraft 87%.